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5 Tipps: Akupunktur in der Schwangerschaft

In diesem Beitrag dreht sich alles um das faszinierende Thema der Akupunktur in der Schwangerschaft. Eine Zeit voller Veränderungen, in der wir mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wunderbare Möglichkeiten entdecken können, um das Wohlbefinden angehender Mütter zu steigern. 

Ich habe 5 Tipps für Dich, die dir zeigen, wie die TCM (insbesondere die Akupunktur) auch Deine Schwangerschaft positiv unterstützen kann.

5 Tipps: Akupunktur in der Schwangerschaft
Sanfte Methoden für eine gesunde Schwangerschaft

5 Tipps: Akupunktur in der Schwangerschaft

Tipp 1: Morgenübelkeit - Ein Weg zur Erleichterung

Die Morgenübelkeit in der Schwangerschaft ist ein weit verbreitetes Phänomen, das die Lebensqualität der werdenden Mütter beeinflussen kann. Die westliche Medizin führt dies oft auf hormonelle Veränderungen, insbesondere auf den Anstieg des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin), zurück. Auch der Einfluss von Östrogen und anderen Hormonen sowie der gesteigerte Blutfluss zu Gebärmutter und Plazenta spielen eine Rolle.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) betrachtet Morgenübelkeit als eine Disharmonie im Energiefluss und eine Unausgewogenheit zwischen Yin und Yang im Körper. Diese Disharmonie kann durch verschiedene Faktoren wie emotionale Belastungen oder Schwäche des Magen-Qi begünstigt, oder auch ausgelöst werden. Therapieziel ist daher das Magen-Qi zu stärken und den Geist (Shen) zu beruhigen. Die Harmonisierung von Qi, Yin und Yang steht im Mittelpunkt.

Akupunkturpunkte – die ich bei (fast) jeder Patientin mit Übelkeit akupunktiere:

  • Perikard 6: Dieser Punkt liegt am Unterarm und ist bekannt für seine übelkeitshemmende Wirkung
  • Magen 36: Ein wichtiger Punkt, um das Magen-Qi zu stärken und die Verdauung zu unterstützen

Ernährungstipps – die sich als hilfreiche Helfer erwiesen haben:

  • Ingwer: in Form von Tee oder als Zusatz zu Speisen kann Übelkeit lindern – diesen Tipp empfehle ich jedoch nur Frauen, mit einer passenden Konstitution für Ingwer
  • Minze: Pfefferminztee oder frische Minze können beruhigend auf den Magen wirken – allerdings nur in Maßen genießen und nur nach Verschreibung durch Arzt oder Heilpraktiker, da Minze Wehen fördernd wirken kann
  • Kleine, häufige Mahlzeiten: Kleinere Portionen helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und überfordern den Magen nicht
  • Vermeidung von Trigger-Nahrungsmitteln: Das Identifizieren und Vermeiden von Nahrungsmitteln, die Übelkeit auslösen, kann hilfreich sein – erfordert aber etwas Zeit und Achtsamkeit

Die gezielte Anwendung von Akupunktur in Verbindung mit individuell angepassten Ernährungsempfehlungen aus der TCM kann einen signifikanten Beitrag dazu leisten, Morgenübelkeit zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden in der Schwangerschaft zu verbessern. Es gibt auch Studienergebnisse, die die positive Wirkung von Akupunktur auf Schwangerschafts-Übelkeit unterstreichen.

Tipp 2: Die üblichen Verdächtigen - Unterstützung bei typischen Beschwerden

Schwangerschaftsbeschwerden wie Schmerzen, Wassereinlagerungen, Hautjucken und Dehnungsstreifen sind keine Seltenheit. Die westliche Medizin erklärt sie durch das Wachstum des Kindes, das Druck auf umliegende Gewebe ausübt, sowie hormonelle Veränderungen und den gesteigerten Blutfluss. In der TCM werden diese Beschwerden als Zeichen von Qi-Stagnation, Retention von Feuchtigkeit und Ungleichgewichten von Organ-Funktionen interpretiert.

Akupunktur

  • Wassereinlagerungen: Es gibt Punkte, die gezielt Wassereinlagerungen aus den Beinen beseitigen können. Wichtig ist, dass das sog. „Wasserrad“, durch die Akupunktur, angekurbelt wird und der Körper die Ausscheidung von überflüssiger Feuchtigkeit selbstständig schafft.
  • Schmerzen: Auswahl der Akupunkturpunkte kann nur nach Anamnese erfolgen, da die individuelle Konstitution, der Schwangerschaftsfortschritt, sowie die Lokalisation der Schmerzen eine wichtige Rolle für die Punktauswahl spielen.
  •  Juckreiz und andere Hauterscheinungen: Dass sich die Schwangerschaft auch an unserer Haut bemerkbar macht ist keine Seltenheit. Ob Juckreiz, trockene Haut, Pigmentflecken oder auch das auftreten von Dehnungsstreifen. Diese Phänomene kann man mit Akupunktur begleiten und die Symptome lindern.  

Ernährungstipps – für eine flexible Haut in der Schwangerschaft:

  • Hydration: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft, Wassereinlagerungen zu minimieren und befeuchtet die Haut von Innen.
  • Hautpflege von innen: Lebensmittel reich an Vitamin E und Kollagen, wie Avocado und Hühnerbrühe, unterstützen die Hautelastizität.

Nicht jede therapeutische Maßnahme ist für Schwangere geeignet, daher ist eine individuelle Beratung durch einen TCM-Praktiker wichtig! Es gibt diverse Akupunktur-Punkte die in der Schwangerschaft nicht akupunktiert werden sollten, oder erst gegen Ende einer Schwangerschaft eingesetzt werden sollten.

Tipp 3: Geburtsvorbereitung ab SSW 36 - Natürlich und unterstützend

Die 36. Schwangerschaftswoche markiert einen entscheidenden Wendepunkt, da viele werdende Mütter die bevorstehende Geburt intensiver in den Blick nehmen. Die TCM kann in der Geburtsvorbereitung eine zentrale Rolle spielen, um den Geburtsverlauf zu unterstützen und die körperliche sowie emotionale Stärke der Mutter zu unterstützen.

Geburtsvorbereitende Akupunktur: Die Anwendung gezielter Akupunkturpunkte in dieser Phase kann helfen, den Energiefluss im Körper zu harmonisieren und spezifische Aspekte der Geburt zu erleichtern. Zahlreiche Studien haben die positiven Auswirkungen der geburtsvorbereitenden Akupunktur untersucht. Eine Metaanalyse, veröffentlicht im „Journal of Maternal-Fetal & Neonatal Medicine“, kam zu dem Schluss, dass akupunkturgestützte Geburtsvorbereitung mit einer signifikanten Reduktion der Gesamtarbeitszeit der Geburtshelfer (ergo kürzere Entbindungszeiten) und der Rate von Kaiserschnitt-Geburten in Verbindung gebracht wurde.

Kinds-Drehung mit Moxibustion: Die Moxibustion als Methode zur Unterstützung der Kinds-Drehung hat ebenfalls wissenschaftliche Aufmerksamkeit erregt. Eine Studie im „Journal of the American Medical Association“ zeigt, dass die Moxibustion die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen äußeren Wendung bei Beckenendlage signifikant erhöhen kann.

Wann genau mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur und Moxibustion begonnen werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte am besten mit einem erfahrenen TCM-Praktiker besprochen werden. In der Regel empfehle die Behandlung zur Kinds-Drehung schon ab der 34 SSW anzustreben. Falls keine Kinds-Drehung notwendig ist, oder sich das Kind gedreht hat, kann ab der 36SSW mit der regulären Geburtsvorbereitungs-Akupunktur gestartet werden. Falls kein Sonderfall vorliegt empfehle ich 1 Akupunktur wöchentlich bis zur 40SSW. 

Tipp 4: Geburtseinleitung ab SSW 40 - Wie geht das mit Akupunktur?

Die 40. Schwangerschaftswoche, der erwartete Geburtstermin (ET), rückt näher, aber das Baby zeigt keine Anzeichen für den Beginn der Geburt. In dieser Phase stellen sich viele werdende Mütter die Frage, welche natürlichen Möglichkeiten es gibt, die Geburt auf sanfte Weise einzuleiten. Die TCM bietet hier Ansätze, der Natur einen Stabs zu geben, ohne dass Medikamente eingesetzt werden müssen.

Akupunktur zur Geburtseinleitung: Es gibt Leitbahnen und Akupunkturpunkte, die einen direkten Einfluss auf die Fortpflanzungsorgane haben – auch auf die Gebärmutter. Durch gezielte Stimulation kann die Wehentätigkeit angeregt werden. Auch Lokalpunkte in der Kreuzbein-Region können unter Umständen akupunktiert oder akupressiert werden. 

Akupunktur/Akupressur während der Geburt: Immer mehr Hebammen lassen sich ebenfalls in Akupunktur ausbilden, um während der Geburt die werdende Mutter zu unterstützen. Es gibt Punkte, die schmerzlindernd und entspannend wirken und andere Punkte, die den Milchfluss anregen können. Akupressur ist während einer Geburt eine tolle Methode die Mamas zu unterstützen!

Die TCM bietet eine sanfte und natürliche Alternative für Frauen, die den Beginn der Geburt auf natürliche Weise fördern möchten. Es ist jedoch immer ratsam, dies in Absprache mit dem Geburtsteam und erfahrenden TCM-Praktikern zu tun, die die individuellen Umstände berücksichtigen können.

Tipp 5: Akupunktur im Wochenbett - Unterstützung für die Zeit danach

Nach der Geburt tritt eine Phase ein, in der der Körper der frischgebackenen Mutter sich an die Veränderungen nach der Schwangerschaft anpassen muss. Die TCM bietet auch für diese Zeit wertvolle Ansätze, um das Wohlbefinden zu fördern und eventuelle Beschwerden im Wochenbett zu lindern.

Akupunktur im Wochenbett: Akupunktur kann auch nach der Geburt eine unterstützende Rolle spielen. Studien haben gezeigt, dass Akupunktur bei der Linderung von postpartalen Beschwerden wie Schmerzen im Beckenboden, Rückenschmerzen und postpartaler Depression wirksam sein kann. Spezifische Akupunkturpunkte, die auf die Bedürfnisse des Wochenbetts abzielen, können dabei helfen, den Energiefluss im Körper auszugleichen und die Regeneration zu fördern.

Kräutertherapie im Wochenbett: Die Anwendung von chinesischen Kräutern kann ebenfalls Teil der postpartalen Pflege sein. Hierbei werden Rezepturen individuell auf die Bedürfnisse der Mutter abgestimmt, um die Regeneration zu unterstützen, Blutverluste auszugleichen, das Immunsystem zu stärken oder den Milchfluss anzuregen.

Es ist wichtig zu betonen, dass jegliche therapeutische Maßnahme im Wochenbett in Absprache mit den behandelnden Ärzten und Hebammen erfolgen sollte. Die TCM kann eine wertvolle Ergänzung zur schulmedizinischen Betreuung bieten, um die Mutter während dieser wichtigen Übergangszeit zu unterstützen und ihr zu helfen, in ihre körperliche und emotionale Balance zurückzufinden.

Fazit: TCM in der Schwangerschaft

Als TCM-Therapeutin empfinde ich immer wieder eine tiefe Begeisterung für die faszinierende Wirkung und die vielfältigen Möglichkeiten, die Akupunktur, Kräutertherapie und gezielte Ernährungsumstellungen auf unseren Körper ausüben können. Besonders in Lebensphasen, die von großen körperlichen und emotionalen Veränderungen geprägt sind, wie etwa die Zeit der Schwangerschaft, zeigt sich die TCM als wunderbare Ergänzung zur Schulmedizin.

Während der Schwangerschaft werden aus gutem Grund nur äußerst zurückhaltend und gezielt Medikamente verschrieben, um das ungeborene Kind vor potenziell schädlichen oder noch nicht ausreichend erforschten Substanzen bestmöglich zu schützen. Hier eröffnet die sanfte TCM-Therapie eine großartige Möglichkeit, unangenehme Begleiterscheinungen der Schwangerschaft auf natürliche Weise zu lindern.

Für die sichere Anwendung von Akupunktur während der Schwangerschaft ist es entscheidend, sich auf eine/n erfahrene/n TCM-Therapeuten/in zu verlassen, der/die über eine spezielle Ausbildung im Bereich der Schwangerschaftsakupunktur verfügt. Denn obwohl Akupunktur nahezu keine Nebenwirkungen aufweist, gibt es doch einige Besonderheiten und Einschränkungen, die während der Schwangerschaft beachtet werden müssen. Mein Rat ist daher, die Therapeutensuche der AGTCM zu konsultieren und gezielt 2-3 TCM-Ärzte/Heilpraktiker in Deiner Nähe anzusprechen, ob diese auf die Begleitung während der Schwangerschaft spezialisiert sind.

In diesem Sinne wünsche ich viel Licht und Liebe. 

Herzlichst, Deine Maria.

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Wichtiger Hinweis: Meine Blog-Beiträge ersetzen nicht den Besuch bei deinem Arzt oder Heilpraktiker. Sie sollen nicht zur Selbstdiagnose, oder Selbstmedikation eingesetzt werden, sondern dienen lediglich zur Information. Wenn Du schwerwiegende gesundheitliche Probleme hast, oder du einen starken Kinderwunsch hast, der seit über 1 Jahr nicht zu einer Schwangerschaft geführt hat, dann solltest Du eine Fachmann auf dem jeweiligen Gebiet aufsuchen. 

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